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Boden in Süddeutschland noch durch Tschernobyl belastet

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Straubenhardt/Pforzheim (ddp). Die Strahlenbelastung des Bodens in weiten Teilen Süddeutschlands ist Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl nach Ansicht von Experten zwar nicht vollständig abgebaut, aber nur noch relativ gering. Es bestehe keine ernsthafte Gefahr mehr für Menschen, sagte der Strahlenschutzexperte Rupprecht Maushart, Vorstandsmitglied im Fachverband für Strahlenschutz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp.

Die Cäsium-Mengen, die durch den Unfall in dem ukrainischen Atomkraftwerk nach Bayern und Baden-Württemberg gelangten, seien mittlerweile in tiefere Bodenschichten abgesunken und nur noch durch eine chemische Analyse feststellbar, sagte Maushart. Er fügte hinzu: «Wer mit seinem Geigerzähler im Garten misst, wird von Tschernobyl heute nichts mehr feststellen.»

Zwar hätten einige Pflanzen, darunter Pilze, die Fähigkeit, das radioaktive Element aus tieferen Bodenschichten aufzunehmen. Jedoch handle es sich dabei um äußerst geringe Mengen, sagte Maushart. Er fügte hinzu: «Heute ist die Strahlenbelastung durch medizinische Behandlungen, also durch Röntgenbildern und Tomographien, wesentlich höher.» Auch die natürliche Strahlung liege über dem, was heute noch von der Belastung durch das Tschernobylunglück übrig sei. Zudem habe das radioaktive Erdalkalimetall eine Halbwertszeit von vier bis fünf Jahren. Im Boden sei daher nur noch etwa ein Sechzehntel der damaligen Cäsiummenge vorhanden.

Cäsium ist neben radioaktivem Jod eine der Substanzen, die nach dem Reaktorunglück im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl nach Süddeutschland gelangten. Beide Substanzen sind für den Menschen gesundheitsschädigend.



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