Direkt zum Inhalt

Das Kyoto-Protokoll

» Druckansicht

smog.jpg Die Erderwärmung, die einhergehend mit der erhöhten Gefahr von Klimaveränderungen ist, ist in aller Munde. Um etwas dagegen zu unternehmen, haben sich im Jahre 1997 die Regierungschefs der Vereinten Nationen (UN) in Kyoto zusammen gesetzt, um einen Vertrag zu erarbeiten, mit dem eine Abnahme der Treibhausgase erreicht werden sollte. Das schlussendliche Ergebnis ist, nach dem Ort der Konferenz, als Kyoto-Protokoll bekannt geworden. Offiziell in Kraft getreten ist das Abkommen jedoch erst im Jahre 2005, nachdem Russland der Ratifizierung zugestimmt hat. Denn somit war die Bedingung, an die das Protokoll gekoppelt ist, erfüllt: Es müssen so viele Staaten zustimmen, bis deren gemeinsamer Anteil an den Treibhausgasemissionen, verglichen mit dem Referenzjahr 1990, 55% beträgt.

Ziel des Vertrages ist die Senkung der Treibhausemissionsgase auf unter das Niveau von 1990, wobei es für verschiedene Länder unterschiedliche Vorgaben gibt. Während die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union eine Reduzierung der Emission um 8% vorsehen, gibt es für Indien, die Volksrepublik China und die Entwicklungsländer beispielsweise keine Beschränkungen. Andere Länder wiederum haben das Protokoll zwar unterzeichnet, aber gleichzeitig angekündigt, dass sie es nicht ratifizieren werden. Das wohl bekannteste Beispiel hierfür sind die Vereinigten Staaten von Amerika, die gleichzeitig jedoch das Land mit dem weltgrößten CO2-Ausstoß sind. Auch Kanada hat das Protokoll nicht ratifiziert.

Für Deutschland jedoch sind noch größere Ziele gesteckt worden; dies wurde durch eine eigens geregelte Lastenverteilung innerhalb der Europäischen Union möglich. So soll die Emission von Treibhausgasen bis zum Jahre 2012 um 21,5% reduziert werden, wiederum verglichen mit den Zahlen aus dem Jahre 1990. Daran arbeitet die Regierung aktiv, bisher konnten die Emissionen bereits um 17,2% gesenkt werden, während sie, trotz Protokoll, weltweit gesehen weiter dramatisch ansteigen.

Gelingt es den Staaten der Welt auf längere Sicht gesehen nicht, die Kriterien des Protokolls zu erfüllen, so wird dies weitreichende Folgen für die Erde und insbesondere ihre Bewohner haben. Erste Vorboten der Konsequenzen wie beispielsweise Hochwasser-Katastrophen und lang anhaltende Hitzeperioden sowie extrem milde Winter sind heute schon eingetroffen und für jeden fühlbar.

Die mittlere Erdtemperatur wird weiter ansteigen, wodurch Wetterextreme zunehmen werden. Weiterhin wird durch das Schmelzen der Polkappen und der Gletscher der Meeresspiegel steigen, was eine Gefahr für die Küstengebiete darstellt. Durch die Verschiebung von Klimazonen können sowohl die Landwirtschaft als auch die biologische Vielfalt gefährdet werden.

An der Umsetzung wird, zumindest in Deutschland und der EU, weiterhin fieberhaft gearbeitet. Erneuerbare Energien wie beispielsweise die Nutzung von Sonnen- und Windenergie sollen gefördert werden, jedoch ist ihr Anteil bei der Energieerzeugung immer noch sehr gering. Auch an der Reduzierung der Emissionen aus Personenkraftwagen wird gearbeitet. Hierzu gehört ein Ausbau des Schienenverkehrs für Transportzwecke genauso wie die Förderung von umweltfreundlichen Autos. Dies ist auch der Hauptpunkt, bei dem jeder einzelne ansetzen kann: Die überlegtere Nutzung des Automobils und der Umstieg – wann immer möglich – auf den öffentlichen Personennahverkehr oder Fahrgemeinschaften.

Vom Endverbraucher eher unbemerkt gehen dahingegen Änderungen in der Landwirtschaft, beispielsweise die Forderung eines sparsameren Einsatzes von Dünnungsmitteln, von statten. Auf geteilte Meinung stieß ebenfalls die Begrenzung im Emissionsrechtehandel. Auch in der Luftschifffahrt wird weiterhin nach Möglichkeiten geforscht, durch die sich der Treibhausgas-Ausstoß reduzieren lässt.

Für jeden einzelnen bleibt nur zu hoffen, dass sich die erfolgreiche Umsetzung des Vertrages doch noch weltweit realisieren lässt und jeder sollte sein Möglichstes dazutun, denn die Klimaveränderungen können heute bereits nicht mehr aufgehalten, jedoch aber erheblich verlangsamt und verzögert werden. (tb)




Weitere Themen