Atomausstieg: Schritt in die richtige Richtung
Cuxhaven
- „Weg von der Atomenergie, hin zu anderen, umweltschonenden und
langfristig verfügbaren Energieträgern – das muß der künftige Weg der
deutschen Energiepolitik sein. Erste Schritte in die richtige Richtung
werden jetzt erfreulicherweise unternommen, doch weitere müssen
dringend folgen.“ Mit dieser Feststellung kommentiert der Vorsitzende
des Vorstands der Cuxhavener Plambeck Neue Energien AG, Dr. Wolfgang
von Geldern, die jüngste Entwicklung in der deutschen Energiepolitik.
Vor allem müsse der Rahmen für einen fairen Wettbewerb geschaffen
werden.
Für die Zukunft der Menschheit ist von entscheidender Bedeutung, wie der Strom künftig erzeugt wird. Dr. von Geldern: „Von der risikobehafteten Stromerzeugung aus Atomkraft und der umweltschädlichen Stromerzeugung aus den fossilen Energien Kohle, Gas und Öl müssen wir uns auch deshalb allmählich freimachen, weil die Nutzung dieser Ressourcen nicht nur schädlich für Mensch, Umwelt und Klima ist, sondern, weil diese Energien endlich und nur begrenzt verfügbar sind.“
Die Zukunft gehört den erneuerbaren, den solaren Energien wie Wind, Wasser, Sonne, Biomasse und Geothermie, die in dem am 01. 04. 2000 in Kraft getretenen „Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien – Erneuerbare-Energien-Gesetz – EEG“ bezeichnet sind. Dieses Gesetz, im Zusammenhang mit den Plänen zum Atomausstieg gesehen, gibt der Politik der Bundesregierung Sinn und Ziel. Dabei wird ein ganz wesentlicher Beitrag zu einer sicheren und umweltfreundlichen Energieversorgung der Zukunft geleistet. Dieser Aufgabe ist auch die Plambeck Neue Energien AG verpflichtet.
Die Öffnung des Strommarktes durch das neue Energiewirtschaftsgesetz vom 29. 04. 1998 ist jedoch nur unvollkommen gelungen. Mangels einer detaillierten Regelung der Netzzugangsbedingungen versuchen die früheren Stromhandelsmonopolisten ihre verbliebenen Netzmonopole gegen neue Marktteilnehmer durch überhöhte Netzbenutzungsgebühren abzuschotten. Dazu Dr. von Geldern: „Soweit die Auflagen der EU-Kommission bei der Genehmigung des Zusammenschlusses von VEBA und Viag zu EON hier ansetzen – Transparenz und eine angemessene Höhe des Netznutzungsentgeltes fordern – setzen sie richtig an. Auch der deutsche Gesetzgeber, die Gerichte und Kartellbehörden unseres Landes sollten darauf hinwirken, faire Wettbewerbsbedingungen durch entsprechende Regelungen des Netzzugangs zu schaffen. Zur Zeit sind wir davon noch weit entfernt.“
Wirklich neue Marktteilnehmer, die nicht aus dem Umfeld der alten Monopolisten stammen, haben es deshalb schwer. Auf die Dauer werden aber nur dann verbraucherfreundliche Strompreise gelten, wenn neue Marktteilnehmer einen fairen Zugang zu den Stromkunden bekommen. Sonst steht zu befürchten, daß sich die alten Monopole unter teilweise neuen Namen fortsetzen und der jahrzehntelang ertragene „closed shop“ diesen Markt weiter prägt. Das kurze Feuerwerk der Liberalisierung könnte sich dann als Strohfeuer erweisen. „Im Sinne des europäischen Binnenmarktes mit weltweiter Konkurrenzfähigkeit und Offenheit, im Sinne eines in echtem Wettbewerb ständig umworbenen Stromkunden ist es, wenn deutsche und europäische, politische und rechtliche Instanzen die Entwicklung kritisch begleiten und die Lücken der Liberalisierung von 1998 möglichst bald schließen“, so Dr. von Geldern abschließend. (bmu)
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