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Kernenergie

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akw.jpgIn Deutschland werden derzeit noch 17 Kernkraftwerke mit unterschiedlichen Restlaufzeiten betrieben. Die rot-grüne Bundesregierung hatte im Jahre 2000 einen völligen Rückzug aus der Kernenergie beschlossen, obwohl die deutsche Technik auf diesem Gebiet als weltweit führend angesehen wird. Seitdem kam und kommt es immer wieder zu - teilweise sehr emotional geführten - Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern der Kernenergie.


Trotz seines angekündigten Rückzuges zum Jahr 2021, liegt Deutschland heute bei der Erzeugung von Kernenergie im internationalen Vergleich immer noch in der Spitzengruppe. Nur die USA, Frankreich, Japan und Russland haben einen höheren Verbrauch an Kernenergie (Quelle: atw 04/2006). Im Gegensatz zu der Entwicklung in Deutschland, geht der Trend aber grundsätzlich zur Planung neuer und moderner Anlagen.

 

In Bezug auf die Bruttostromerzeugung beträgt der Anteil der Kernenergie in der Bundesrepublik Deutschland heute ca. 25%. Damit ist die Kernenergie führend vor den sogenannten Fossilen Brennstoffen Braun- und Steinkohle. Und dabei entscheidend umweltfreundlicher.

 

Es wird geschätzt, dass Kernkraftwerke in Deutschland der Umwelt den Ausstoß von über 150 Millionen Tonnen CO2 im Jahr ersparen. In der aktuellen Debatte wird dies dadurch interessant, dass dies dem Wert entspricht, der jährlich durch den Straßenverkehr verursacht wird. Kernenergie trägt also einen entscheidenden Anteil zum Klimaschutz bei. Aber nicht nur umwelttechnisch, sondern auch wirtschaftlich sind die Kernkraftwerke den anderen Energielieferanten um einiges überlegen. Aufgrund des relativ geringen Energieaufwandes, welcher zur Erzeugung von Kernenergie aufgewandt werden muss, können die Fossilen Brennstoffe auf diesem Gebiet nicht konkurrieren.


Ein wirtschaftlich weiterer Punkt der den Sinn der Kernenergie verdeutlicht, ist die Abhängigkeit des europäischen Energiemarktes von externen Zulieferern. So ist die EU schon heute zu 50% auf Energieimporte angewiesen und ohne Trendwende wird diese Abhängigkeit bis 2030 auf etwa 70% steigen. Für Deutschland gelten vergleichbare Werte. Diese Importe kommen teilweise aus politisch instabilen Ländern, welche die Lieferungen langfristig keinesfalls garantieren können. Die Kernenergie stellt hier eine von externen Einflüssen unabhängige Energiequelle dar und könnte somit die Energieversorgung weitestgehend garantieren.

 

Bei der Aufzählung der negativen Effekte der Kernenergie, wird oftmals das Schlagwort Tschernobyl in den Raum geworfen. Hierbei wird oft übersehen, dass ein solcher Vorfall in den westlichen Industrieländern nahezu ausgeschlossen ist. Ein immenser Sicherheitsaufwand und entsprechende Wartungsintervalle sind im Umgang mit Kernenergie sicherlich unerlässlich. In Bezug auf die Kernkraftwerke hierzulande muss gesagt werden, dass von Anfang an auf sehr hohe Sicherheitsstandards Wert gelegt wurde, die heute weltweit als führend angesehen werden.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Anreicherung und Aufbewahrung des für die Energiegewinnung benötigten Urans. Sowohl der Transport in – aufgrund der hohen Unfallgefahr im Verkehrssystem nicht gänzlich sicheren – Castorbehältern, als auch die folgende Entsorgung in Zwischen- und Endlagern steht hier im Zentrum der Debatte. Kritiker behaupten, dass bereits bei der Uranförderung hochgradig radioaktive Materialien in die Umluft freigesetzt werden.


Festzuhalten bleibt, dass die Energieversorgung in Deutschland momentan nicht gewährleistet werden könnte und ein rascher Ausstieg nur mit einer Mehrbelastung für die Umwelt zu gewährleisten wäre.





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