Leipzig soll Sitz einziger deutscher Strombörse werden
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Die
künftig einzige deutsche Strombörse soll zum Jahreswechsel in Leipzig
starten. Die notwendigen Beschlüsse zur Vereinigung der bisherigen
Leipziger Power Exchange (LPX) und der in Frankfurt am Main ansässigen
European Energy Exchange (EEX) sollen noch in diesem Jahr fallen,
kündigten LPX-Chef Carlhans Uhle und EEX-Vorstand Hans Schweickardt am
Freitag in Berlin an. Beide Unternehmen einigten sich auf den Namen EEX
und die sächsische Messestadt als Sitz. Die Hauptversammlungen der
Börsen und die Gesellschafter der bisherigen Konkurrenten müssen der
Fusion noch zustimmen. Der Zusammenschluss wird von Sachsens
Wirtschaftsminister Kajo Schommer (CDU) und Leipzigs Oberbürgermeister
Wolfgang Tiefensee
(SPD) begrüßt. Dem nur zögerlich anlaufenden Wettbewerb auf dem Energiesektor könne damit «auf die Sprünge» geholfen werden.
Die neue Strombörse soll sich zum führenden europäischen Handelsplatz für Spot- und Terminhandel auf dem Energiesektor entwickeln. Gerechnet werde mit 90 Teilnehmern aus neun Ländern. Gegenwärtig haben die beiden Gesellschaften einen Tagesumsatz von 90.000 Megawattstunden. Das entspreche auf dem deutschen Markt einem Anteil von 6,6 Prozent, sagte Schweickardt. Er und Uhle sollen gemeinsam das neue Unternehmen leiten.
Wirtschaftsminister Schommer sprach von einem «großen Tag für den Wettbewerb und die Liberalisierung in Deutschland und Europa». Der börsliche Stromhandel gewinne an Attraktivität. Nach Ansicht von Oberbürgermeister Tiefensee gibt die gemeinsame Börse dem «Energiezentrum Leipzig enorme Schubkraft».
LPX und EEX hatten seit September über die Fusionspläne verhandelt. Vorherige Gesprächsrunden waren gescheitert. Die Verhandlungen wurden wieder aufgenommen, weil nach Meinung der Branche nur Platz für eine Strombörse in Deutschland ist. Die Leipziger Stromhändler starteten am 15. Juni 2000 im Spotmarkt. Die Frankfurter Konkurrenz ging am 08. August 2000 in den Handel.
Die neue Gesellschaft EEX soll als Aktiengesellschaft arbeiten. Als Gesellschafter werden mit 30,8 Prozent die Energiewirtschaft, mit 26,7 Prozent der Terminhandel Eurex, die norwegische Strombörse Nord Pool mit 17,5 Prozent, die Landesbank Sachsen mit 17,5 und das Land und die Stadt mit 7,5 Prozent beteiligt. Kleinere und mittelständische Unternehmen sollen im Rahmen eines zweiten Beteiligungsschritts 7,5 Prozent der Anteile erwerben können.
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