Fusionierte Strombörse soll zu Jahresbeginn in Leipzig starten
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(26/10/01).
Die künftig einzige Strombörse Deutschlands nimmt ihren Sitz in Leipzig
und soll Anfang kommenden Jahres durchstarten. Die bisherigen
Konkurrenten, die Leipziger Power Exchange (LPX) und die in Frankfurt
am Main ansässige European Energy Exchange (EEX), gaben diese
Entscheidung am Freitag in Berlin offiziell bekannt. Die
Hauptversammlungen der Börsen und die Gesellschafterversammlungen
sollen noch Mitte Dezember dem «Zusammenschluss unter Gleichen»
zustimmen. Die Fusion wird dann bis Jahresende vollzogen.
An der neuen Börse, die unter EEX firmiert und sich zur führenden Börse in Europa für den Spot- und Terminhandel von Energie entwickeln soll, werden rund 90 Teilnehmer aus neun Ländern handeln. An beiden Spotmärkten werden derzeit rund 90.000 Megawattstunden pro Tag umgesetzt. Das entspricht einem Anteil von rund 6,6 Prozent des in Deutschland abgesetzten Stroms. Hans Schweickardt, Vorstand der EEX, und Carlhans Uhle, Geschäftsführer der LPX, werden die neue EEX führen. Über die Aufgabenverteilung wird in den kommenden Wochen entschieden.
Die LPX war am 15. Juni 2000 mit dem Spotmarkt gestartet. Die EEX zog am 8. August 2000 nach und bietet seit März dieses Jahres auch den Terminmarkt für Stromfutures an. Gespräche über eine Gemeinschafsbörse waren zunächst gescheitert, weil es zu keiner Einigung über die anzubietenden Produkte und den Standort gekommen war. In der Branche herrschte angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs in der EU seit jeher die Meinung vor, dass auf dem deutschen Strommarkt nur Platz für eine Börse ist. Die intensiven Gespräche, um doch eine Fusion auszuloten, hatten im September begonnen.
Für die Marktteilnehmer bietet die EEX nach Angaben der beiden Börsen klare Kostenvorteile. Sie vereinfache den Zugang und erhöhe die Effizienz, konzentriere die vorhandene Liquidität an einem Platz und vereinfache zudem die Abwicklung des Handels. «Damit gewinnt der börsliche Stromhandel in Deutschland an Attraktivität», sagte Schweickardt. Sachsen Wirtschaftsminister Kajo Schommer (CDU) sprach von einem «großen Tag für den Wettbewerb und die Liberalisierung in Deutschland und Europa».
Die Anteile an der neuen EEX, die als Aktiengesellschaft strukturiert wird, verteilen sich zunächst wie folgt: Energiewirtschaft 30,8 Prozent, Eurex 26,7, die norwegische Nordpol 17,5, die Sachsen LB 17,5 und das Land sowie die Stadt Leipzig 7,5 Prozent. In einem zweiten Schritt soll vor allem kleinen und mittleren Unternehmen 7,5 Prozent der Anteile angeboten werden.
Die fusionierte EEX hat sich zunächst vorgenommen, ihr Portfolio im Terminmarkt schnell um neue Produkte zu erweitern und die Dienstleistungen für die Kunden auszubauen. Dann sollen auch neue Märkte, etwa im Gasbereich, in Angriff genommen und Kooperationen mit europäischen Börsen und Ländern gesucht werden. Der überwiegende Teil der Börsenteilnehmer sind derzeit Energiehandelsunternehmen und Stromversorger, aber auch Broker. Rund 60 Prozent von ihnen sind deutsche Unternehmen.
Weitere Informationen: www.eex.de
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