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Infobericht Der Castortransport

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Die Atommüllbehälter vom Typ Castor sind sowohl für den Transport als auch für die Lagerung von hochradioaktivem Material geeignet. Sie sind jeweils 6,1 Meter lang und haben einen Umfang von 2,5 Metern. Leer wiegen sie bereits 100 Tonnen. Ihr Name steht für «Cask for Storage and Transport of radioaktive Material» (Behälter für Lagerung und Transport von radioaktivem Material).

Hinter ihrem etwa 40 Zentimeter dicken Mantel aus Gusseisen finden je nach Bauart bis zu 28 Glaskokillen Platz. In diesen Behältern ist der hochradioaktive Müll in Glas eingeschmolzen. Sie wiegen zusammen 12 Tonnen. Durch die fortdauernden Zersetzungsprozesse des Materials kann sich der Transportbehälter an der Außenseite bis zu einer Temperatur von 50 Grad Celsius aufwärmen.

Die Umladestation

Auf der Umladestation in Dannenberg werden die Castor-Transportbehälter von ihren Schienenwagen auf Speziallastwagen verladen, um die letzten etwa 20 Kilometer ins atomare Zwischenlager Gorleben auf der Straße zurückzulegen. Dafür muss die 16-köpfige Mannschaft der Station auch die Radioaktivität der Behälter neu messen. Ihre Strahlung darf in zwei Metern Abstand nicht mehr als 100 Mikrosievert pro Stunde betragen. Nach Angaben der Herstellerfirma erreicht die tatsächliche Belastung aber lediglich ein Drittel dieses Wertes. Ein Spezialkran hebt die etwa 112 Tonnen schweren Castorbehälter für ihren Straßentransport um. Das Umladen von sechs Behältern dauert etwa acht Stunden.

Das Zwischenlager

Im Zwischenlager Gorleben angekommen, werden die Behälter erneut vermessen, bevor sie senkrecht auf ihrem Standplatz in der Halle aufgestellt werden. Vorher wird über dem Deckel der Castoren noch ein zweiter montiert. In den Zwischenraum zwischen beiden Deckeln wird Helium gepumpt, um die Dichtigkeit der Behälter ständig zu kontrollieren. Nach 40 Jahren sollen die Castorbehälter erneut geöffnet und kontrolliert werden.

Die Transporte

Nach Angaben der Energiewirtschaft wurden in den vergangenen Jahren etwa 5.000 Tonnen radioaktives Material aus Deutschland zur Wiederaufbereitung in die Anlagen im französischen La Hague und im britischen Sellafield gebracht. Bis zum Auslaufen der bestehenden Verträge sollen aus deutschen Kernkraftwerken noch einmal 2.000 Tonnen hinzu kommen. Bei der Aufbereitung entsteht hochradioaktiver Müll, der in Glaskokillen eingeschmolzen wird. Sie werden zu jeweils 28 Stück in 166 Castorbehälter zusammengepackt.

Deutschland ist vertraglich verpflichtet, den Müll zur Endlagerung wieder zurückzuholen. Von 127 in Frankreich zu packenden Behältern stehen bereits drei in Gorleben. Die fehlenden sollen in den kommenden zehn Jahren in jährlich zwei Transporten mit jeweils sechs Behältern nach Deutschland zurückkehren. Die restlichen 39 Behälter aus Großbritannien werden ab 2005 mit einem weiteren jährlichen Transport in Gorleben erwartet.

In Deutschland steht als einziges Zwischenlager für die hochradioaktiven Glaskokillen derzeit das Lager in Gorleben zur Verfügung. Dort sollte ursprünglich auch das deutsche Endlager für hochradioaktiven Müll entstehen. Bundesregierung und Energieversorger unterbrachen durch die Konsensverträge die weitere Erkundung in einem bis zu zehn Jahre dauernden Moratorium. In der Zwischenzeit soll nach anderen Standorten für ein Lager gesucht werden.



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